Projekt

Über

ONAMA (Ontology of the Narratives of the Middle Ages) ist ein zweijähriges Kooperationsprojekt zwischen der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB, Universität Salzburg) und dem Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Krems (IMAREAL, Universität Salzburg), beide Teil des Interdisziplinären Zentrums für Mittelalter und Frühneuzeit (IZMF) an der Universität Salzburg. Projektziel ist die Entwicklung einer Semantic-Web-Ontologie als digitales Werkzeug für die Analyse des imaginativen Potenzials und der narratologischen Muster in der Literatur und in Bildern des Mittelalters. Auf der Basis von Fallstudien wird im Zuge des Projekts auch veranschaulicht, wie eine solche Ontologie in der mediävistischen Forschung verwendet werden kann.

Ausführlichere Projektinformation

Das interdisziplinäre Joint Venture ONAMA basiert auf den umfangreichen Korpora zweier Langzeitprojekte der Universität Salzburg, der MHDBDB und REALonline, der Bilddatenbank am IMAREAL. REALonline ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern, eine Vielzahl von Realisierungen von Erzählungen im Bild und deren Bausteine aufzurufen. Über ein onomasiologische Begriffssystem ermöglicht die MHDBDB den Zugriff auf den Wortschatz des Mittelhochdeutschen und verknüpft diesen mit einem umfangreichen Korpus aus Texten unterschiedlicher Felder der Schriftlichkeit.

ONAMA ermöglicht die medienübergreifende Erforschung der Narrative des Mittelalters und erlaubt damit auch, die fachlichen Grenzen zwischen bildlicher und textlicher Überlieferung zu überwinden. Dadurch wird die Ontologie der Narrative des Mittelalters als Werkzeug für die Beantwortung vieler interdisziplinärer sowie intermedialer Forschungsfragen dienen. Eines der Ziele von ONAMA ist es zu zeigen, wie sich die Wahl des Mediums oder eines bestimmten Informationsträgers auf die Erzählung und die narratologischen Strukturen auswirkt.

Im Laufe des Projekts wird ein Frontend erstellt, das einen einfachen Zugang zu den Bestandteilen von Erzählungen in Bild und Text bietet. Darüber hinaus werden die Daten auch für komplexe Abfragen via SPARQL zur Verfügung gestellt.

Datamanagementplan

Repository, Lizenzmodell, FAIR-Prinzipien

Das Datenmanagement von ONAMA folgt vollständig den FAIR-Prinzipien. Die Forschungsdaten werden in GAMS (Geisteswissenschaftliches Asset Management System) des Zentrums für Informationsmodellierung - Österreichisches Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften (ZIM-ACDH) an der Universität Graz gepflegt. GAMS ist ein OAIS-konformes Asset Management System auf Basis von FEDORA und bietet mehrere Standard-Exportschnittstellen. Alle Daten werden unter der Creative Commons CC BY-NC-SA Lizenz im digitalen Repository GAMS verfügbar sein. Durch den Einsatz der flexiblen CC BY-Lizenzmodelle kann ONAMA als Datenproduzent die Kontrolle über seine Daten behalten und die erzeugten Daten für die Forschung öffentlich zugänglich machen.
GAMS ist ein zertifiziertes, vertrauenswürdiges digitales Repository in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Data Seal of Approval mit besonderem Fokus auf die dauerhafte Speicherung und Wiederverwendbarkeit von Ressourcen, die als langfristig haltbar erachtet werden. GAMS ist im Register der Forschungsdatenspeicher re3data.org eingetragen.

Archiving und Preservation

Die Datenspeicherung für GAMS erfolgt über SAN durch die IT-Abteilung der Universität (UNI IT). Die Daten werden redundant in zwei Rechenzentren in verschiedenen Campusgebäuden gespeichert. Die Datensicherung in GAMS ist Teil der zentralen Sicherungsprozesse der Universität Graz. Tägliche Backups werden auf einem Festplatten-Array gespeichert und später auf Band verschoben. Es gibt ein zusätzliches tägliches Offsite-Backup, das vom Zentrum selbst verwaltet wird.

Persistent Identifier

Als Mitglied des Handle-Netzwerks betreibt ZIM-ACDH einen eigenen Handle-Server. Alle Datenobjekte im System erhalten eine persistente Kennung (PID) auf Basis von handle.net und können somit analog zu einer Printpublikation explizit genannt werden.

Administrative Metadata

Alle in GAMS aufgenommenen Datenobjekte werden mit einer PID und administrativen Metadaten in RDF/XML nach Dublin Core (DCMI) versehen, der auch als Component Metadata (CMDI) verfügbar ist. GAMS werden während des Projekts nicht nur zur Archivierung des Endprodukts, sondern auch für den frühen Zugriff eingesetzt. Stabile Versionen der Ontologie werden während der Projektphase veröffentlicht und mit der Community diskutiert.
Angewandte Normen für die Ontologie
Die Ontologie und die Annotationen werden als RDF/XML-Ressourcen entwickelt. Die Web Ontology Language (OWL) wird verwendet, um ONAMA-Klassen, Objekteigenschaften und Instanzen zu entwickeln. ONAMA wird auf CIDOC CRM basieren und Klassen und Objekteigenschaften, soweit geeignet, wiederverwenden. Für die Abfrage der Daten steht ein SPARQL-Endpunkt zur Verfügung.

Frontend

Das ONAMA-Frontend wird von einem externen Anbieter entwickelt. Es wird auf WordPress basieren und PlugIns zur Visualisierung der Ontologie enthalten. Der Quellcode des Frontends inklusive SPARQL-Query-Objekte wird in GAMS archiviert und auf GitHub veröffentlicht.

Liste der Standards und Metadatenformate

CIDOC CRM, CMDI, Dublin Core, OWL, RDF, SPARQL

Liste der Normdatengeber

GND, Iconclass, Wikidata

Sicherstellung der Einhaltung der FAIR-Grundsätze der teilnehmenden Datenbanken

Die verwendeten und referenzierten Daten der Projekte MHDBDB und REALonline folgen den FAIR-Prinzipien. Alle Texte und Bilder dieser Plattformen können durch persistente Identifikatoren referenziert werden. Ohne eine klare und dauerhafte institutionelle Anbindung von Forschungsdaten wäre die Verfügbarkeit über die Projektlaufzeit hinaus nicht gewährleistet. Beide Datenbanken wiederum verfügen über Datenmanagementpläne in Abstimmung mit der Universität Salzburg und ihrem geplanten Repository dhPLUS, die eine langfristige Verfügbarkeit gewährleisten. Auch die Pariser Lodron Universität Salzburg (PLUS), die beide Datenbanken hostet, ist sehr interessiert und möchte sich an der Schaffung eines nationalen Repositorien-Netzwerks beteiligen, um der Speicherung lokaler Schadensfälle durch institutionenübergreifende Redundanz wirksam entgegenzuwirken. In einem ersten Schritt ist die Universität Salzburg Teil des CLARIAH-AT Netzwerks. Die MHDBDB beteiligt sich aktiv an CLARIAH-AT Angelegenheiten. Rechenzentren und Netzwerke wie CLARIAH-AT garantieren die Zugänglichkeit und Wiederverwendbarkeit geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten über die aktive Projektlaufzeit hinaus.

Konzipiert und erarbeitet wird ONAMA von Katharina Zeppezauer-WachauerPeter Hinkelmanns und Manuel Schwembacher von der MHDBDB und Miriam Landkammer und Isabella Nicka vom IMAREAL.

Durchführende Institutionen der Universität Salzburg sind die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB) und das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Krems (IMAREAL), beide Teil des Interdisziplinären Zentrums für Mittelalter und Frühneuzeit (IZMF). Die Laufzeit erstreckt sich vom 01.03.2019 bis zum 28.02.2021.

Das Projekt wird aus dem Förderprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften go!digital finanziert.